Marinekameradschaft  

Harburg von 1897 e.V. 

Maritime-Begriffe und Erläuterungen

Ahoi: Grußformel beim Anruf eines Schiffes. Auch Schiff Ahoi, oder Ahoi mit angehängtem Schiffsnamen

auf-/ abbacken: Auf- und Abdecken des Tisches, Back (Backschaft, Backschafter)

aufschießen: auf das Tauwerk richtig hinlegen

Ausguck: ein diensthabendes Besatzungsmitglied, welches den See- und Luftraum beobachtet und alle beobachteten Begebenheiten meldet

Back (a): Aufbau des Vorschiffes

(b): Esstisch auf einem Schiff

Bändsel: kurzes Stück dünnes Tau

belegen: kreuzweises Befestigen von Tauwerk auf einem Poller, einer Klampe oder einem Belegnagel

blauer Peter: blaue Flagge, mit einem weißen Rechteck in der Mitte, die 24 Stunden vor dem Auslaufen gesetzt wird, und anzeigt, dass das Schiff innerhalb der nächsten 24 Stunden ausläuft

Brasse: Tau an einer Rahnock (Nock), um die Rah horizontal am Mast zu drehen

dippen: Gruß durch das Niederholen der Flagge um ca. 1/3 der Länge der Flaggleine

entern: in die Takelage klettern

Fender: Gegenstand, der zum Schutz (als Polster) zwischen Pier und Schiff gehängt wird

fieren: Herunterlassen, Nachlassen oder Gleiten laßen einer Leine oder Kette

Flaggenparade: das Setzen oder Wegnehmen der Staatsflagge nach einer speziellen Zeremonie

glasen: Läuten mit der Schiffsglocke zur Angabe der Uhrzeit:

1/2h nach Wachbeginn: = 1 Schlag mit der Schiffsglocke = 1 Glas;

1 Stunde nach Wachbeginn: = 1 Doppelschlag (zwei kurze Schläge hintereinander) = 2 Glasen usw.;

eine Wache hat 8 Glasen: = 4 Doppelschläge

Gösch: Flagge mit dem Zeichen des Heimathafens, die am Vorsteven bzw. an der Spitze des Klüverbaums gesetzt wird

Halse: das Schiff wird mit dem Heck durch den Wind gedreht

heißen: hochziehen

Kabelgatt: Lagerraum für verschiedene Materialien, wie z.B. Reinschiffgeräte

Klampe: Vorrichtung zum Belegen mit Tauwerk

Klüse: Öffnung bzw. Vorrichtung zum Führen von Tauwerk oder Ketten

Kettenlänge: Längenmaß der Ankerkette, 1 Kettenlänge ist 25 m lang

Knoten: Geschwindigkeitsmaß in der Seefahrt, 1 kn = 1 sm/h

Kombüse: Schiffsküche, Raum zur Aufbewahrung von Speisen

Last: Vorratsraum für die verschiedensten Materialien, u.a Proviantlast, Getränkelast, Mittellast (für Ersatzsegel, Ersatzlaufwerk u.a.), Farbenlast, Ruderquadrantenraum bzw. Achterlast (für Ersatzteile u.a.m.)

Lee: dem Wind abgewandte Seite

loggen: Messen der Schiffsgeschwindigkeit

loten: Messen der Wassertiefe

Luv: dem Wind zugewandte Seite

Messe: Raum, in dem die Besatzung die Mahlzeiten einnimmt

Niedergang: Treppe auf Schiffen

Nock: äußerste Spitze einer Rah , Gaffel oder eines Baumes

Pantry: Raum zur Geschirreinigung und -aufbewahrung

Piek:( Vor- , Achter - ) vorderster bzw. hinterster Raum eines Schiffes, in dem meistens Ballastwasser gefahren wird

Poller: an Deck oder auf der Pier befestigte Vorrichtung zum Belegen von Festmacherleinen

Rah: runde Stange, die horizontal querschiffs und drehbar am Mast befestigt ist und zur Befestigung von Segeln dient

reffen: teilweises Wegnehmen des Segels (Verkleinerung der Segelfläche)

Rollenplan: Sicherheitsplan, in dem für Notfälle Tätigkeiten für jeden Einzelnen festgelegt sind

Ruder flächenförmiger, drehbar gelagerter Körper zum Steuern des Schiffes, der durch das Ruderrad bewegt wird

Schäkel: U-förmiges Verbindungsglied und Befestigungsglied aus Metall für Tauwerk und Ketten

Schlagpütz: Wassereimer mit am Henkel ein gespleißtem  Tampen zum Aufschlagen (Aufholen) von Außenbordwasser

Seemeile: internationales Längenmaß in der Seefahrt, 1 sm = 1.852 m

Speigatt: Öffnungen zum Ablaufen von Wasser

spleißen: Ineinanderflechten zweier Tauwerksenden

Spring: Festmacherleine, die vom Vorschiff bzw. Achterschiff in Richtung Mittschiffs an der Pier festgemacht wird

Stellage bzw. Stelling: Brett mit 2 Querhölzern, das mit Tampen außenbords gehängt wird, um Arbeiten auszuführen

Süll: erhöhte Türschwelle, soll das Eindringen von Wasser verhindern

Wend: Schiff mit dem Bug durch den Wind drehen

GLASEN

Bekanntgabe der Uhrzeit mit der Schiffsglocke

In der Zeit als es noch keine Uhren, wie heute gab wurde die Zeit für die übliche 4 Stunden-Wache mit zwei Methoden

bestimmt.

Es wurden Kerzen eingesetzt, die in hohen Gläsern standen und somit vor äußeren Einflüssen geschützt wurden.

Im Glas waren in regelmäßigen Abständen Kugeln gepresst. Wenn beim Abbrennen der Schmelzbereich der Kugel erreicht wurde, fiel sie ins Glas -  es glaste -   .Die Kerzen hatten eine Brenndauer von ca. vier Stunden. Wenn alle acht Kugeln gefallen waren, war es Zeit für den Wachwechsel. Die nächste Wache zündete eine neue Kerze an.

Die Bezeichnung lässt sich aber auch von der Zeitmessung mit dem Stundenglas, einer früher verwendeten Sanduhr  herleiten. Der Sand rieselte vom oberen in den unteren Glaskolben , dies dauerte immer eine halbe Stunde. Während der Wachzeiten - üblicherweise vier Stunden - wurde zu jedem Drehen der Sanduhr die Schiffsglocke geschlagen.

Wenn die Wache um Mitternacht begann, dann wurde um halb eins die Sanduhr das erste Mal gedreht, um ein Uhr zum zweiten Mal ( 2 Glasen ), um halb zwei zum dritten Mal ( 3 Glasen ) und so weiter.

Nach  8 Glasen war dann Wachwechsel.

Glasenschläge  - Rhythmus - Uhrzeit

Glasen Schiffsglockenschlag Uhrzeit

1 einfacher Schlag

00:30 + 04:30 + 08:30 + 12:30 + 16:30 + 20:30  Uhr

2 ein Doppelschlag

01:00 + 05:00 + 09:00 + 13:00 + 17:00 + 21:00  Uhr

3 ein Doppelschlag und ein einfacher Schlag

01:30 + 05:30 + 09:30 + 13:30 + 17:30 + 21:30  Uhr  

4 zwei  Doppelschlag

02:00 + 06:00 + 10:00 + 14:00 + 18:00 + 22:00  Uhr

5 zwei  Doppelschlag und ein einfacher Schlag

02:30 + 06:30 + 10:30 + 14:30 + 18:30 + 22:30  Uhr

6 drei Doppelschlag

03:00 + 07:00 + 11:00 + 15:00 + 19:00 + 23:00  Uhr

7 drei  Doppelschlag und ein einfacher Schlag

03:30 + 07:30 + 11:30 + 15:30 + 19:30 + 23:30  Uhr

8 vier Doppelschlag

00:00 + 04:00 + 08:00 + 12:00 + 16:00 + 20:00  Uhr